Zubehör – 1. Teil - Böhmke Fotografie

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Zubehör – 1. Teil

Mit dem Kauf einer neuen Kamera ist es meist nicht getan. Je nach Lieferumfang wird am besten gleich mit der Kamera zusammen einiges an Zubehör nötig.
Ladegerät
Ein Akku zur Stromversorgung liegt der Kamera normalerweise bei. Ein Ladegerät spart mancher Hersteller jedoch ein. Der Akku muss dann zum Laden in der Kamera verbleiben und kann nur mittels USB-Kabel am PC erfolgen. Ein Ladegerät für das externe Laden des Akkus ist jedoch Pflicht, um während des Ladens ungehindert weiter fotografieren zu können! Neben kleinen, preiswerten Steckernetzteilen gibt es auch leistungsfähigere, die mehrere Akkus (oder auch Smartphones/Tablets) gleichzeitig und auch sehr schnell laden können. Außerdem gibt es solche, die zum Laden an die 12-V-Bordspannung in Autos angeschlossen werden können.
Akku
Dafür ist natürlich mindestens noch ein weiterer Ersatz-Akku nötig! Teure Original-Akkus müssen es nicht unbedingt sein, ich selbst benutze für verschiedene Kameras Ersatz-Akkus der Marke Patona. Sie haben oft eine etwas niedrigere Kapazität als die Originale, da ich jedoch meist mehrere Ersatz-Akkus einsetze, stört das nicht. Etwas teurer als die billigsten Nachbauten, sind sie aber ebenso zuverlässig wie die Originale – was man von vielen Billigheimern nicht behaupten kann. Patona bietet auch günstige Sets an, die ein Ladegerät beinhalten. Einen weiteren, sehr leistungsstarken Akku bot Duracell für meine letzte Kamera an.
Speicherkarte
Eine Speicherkarte gehört meist nicht zum Lieferumfang einer neuen Kamera; und wenn doch, dann ist ihre Kapazität meist so knapp bemessen, dass eine weitere Speicherkarte unumgänglich ist. Ich empfehle sogar, mindestens eine weitere anzuschaffen; denn nichts ist schlimmer, als dass eine Karte unterwegs plötzlich ausfällt und kein Ersatz dabei ist!
Die Kapazität einer Karte sollte zwar nicht zu klein sein, definitiv jedoch auch nicht zu groß: „Stirbt“ eine Karte mit 500 Fotos, ist das schlimm genug – aber weniger schlimm, als mit 2.000 Fotos! Am weitesten verbreitet sind heute Karten im SD-Format. Für die Aufnahme von Rohdaten + JPG (Letzteres zum schnellen Anschauen auf dem Tablet oder Laptop) werden mit einem 20-Megapixel-Sensor im Schnitt rund 30 MB benötigt. Auf eine 32-GB-Karte passen dann als Größenordnung rund 1.000 Fotos. Wer ausschließlich mit JPG-Aufnahmen arbeitet und keine Videos dreht, kann auch mit 16 GB pro Karte glücklich werden; allerdings werden diese immer seltener, und außerdem ist der Preis pro GB recht hoch – so dass es sich von daher meist nicht mehr lohnt. Für häufige, schnelle Serien-Fotos, oder auch für Videos, ist je nach Speicherformat auch die Geschwindigkeit der Speicherkarte wichtig.
Meine G9 hat zwei Speicherschächte: Im einen sitzt eine ultraschnelle 64-GB-Karte von Kingston für Videos, im zweiten eine nicht ganz so schnelle mit 32 GB von Sandisk (Extreme Pro) für die reine Fotografie. Beide Hersteller bieten sehr zuverlässige Speicherkarten an. Fotos und Videos sind unwiederbringbar, deswegen sollte dieses bei der Auswahl einer der wichtigsten Aspekte sein!
Speicherkarten-Lesegerät (Cardreader)
Viele Computer verfügen über einen oder mehrere Schlitze für Speicherkarten, andere allerdings nicht. Außerdem: Manche der integrierten Cardreader arbeiten superschnell, andere wiederum quälend langsam. In all diesen Fällen hilft ein externer, kleiner Cardreader. Für Windows-PCs empfehlen sich Geräte für alle gängigen Kartentypen mit einem möglichst schnellen USB-3-Interface. Mein Favorit ist seit vielen Jahren der Kingston-Reader, aktuell als FCR-HS4. Zuverlässig liest und beschreibt er mit hohem Tempo alles, was ich ihm bislang an Karten angeboten habe.
Schutzfilter
Als Schutz vor Objektivbeschädigung gehört auf jedes Objektiv ein Schutzfilter. Ich lese häufig, dass eine Gegenlichtblende zum Schutz ausreiche. Das ist Mumpitz! Die „Geli“ mag einen kleinen Anteil potenzieller Gefahren für die Linse behindern, aber eben längst nicht alle. Der Ersatz eines verkratzten, verschmierten oder sonstwie beschädigten Objektives ist in jedem Fall deutlich teurer, als der Austausch eines Schutzfilters! Um die Bildqualität durch dieses zusätzliche Element im Strahlengang nicht unnötig zu beeinträchtigen, setze ich dafür nur hochwertigst vergütete UV-Filter von B+W ein: Die Serie 010 MRC nano XS-Pro Digital bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis. Dank ihres Messinggewindes neigen diese Filter nicht so sehr zum „Festfressen“ wie Aluminium-Gewinde.
Gegenlichtblende
Zusätzlich sollte man natürlich trotz des eben Gesagten nicht auf eine Gegenlichtblende verzichten. Sie schützt die Optik vor ungewolltem Lichteinfall. Damit werden die Bildung von Reflexen und eine damit einhergehende Kontrastminderung unterdrückt. Dies geschieht schnell, wenn die Lichtquelle (z. B. die Sonne ) schräg auf die Optik scheint, aber noch nicht selbst im Sucher zu sehen ist. Eine Gegenlichtblende sollte immer perfekt aufs Objektiv abgestimmt sein. Manchmal ist sie im Objektiv-Lieferumfang des Herstellers bereits enthalten, oft muss sie jedoch – selbst bei teuren Optiken! – als Zubehör erworben werden. Als geradezu unverschämt empfinde ich Preise von 80 Euro für ein solches Teil (genau so viel ruft Olympus für seine Sonnenblende der 75-mm-Festbrennweite auf!). Glücklicherweise gibt es wie bei den Akkus Drittanbieter (z. B. JJC), die passgenaue Gegenlichtblenden zum Bruchteil des Originalpreises anbieten. Bislang habe ich mit diesen Nachbauten noch keine schlechten Erfahrungen gesammelt!
Displayschutz
Zum Thema Schutz gehört für mich auch immer der Displayschutz. Kameradisplays neigen trotz aller Sorgfalt zu Verkratzungen. Spätestens beim Wiederverkauf einer Kamera rächt sich das Fehlen eines Schutzes für wenige Euro. Willkommener Nebeneffekt: Spezielle mattierte Folien unterdrücken Reflexion und erhöhen so die Sichtbarkeit des Bildes bei hellem Umgebungslicht. Gute Erfahrungen machte ich (auf Kameras, Smartphones und Tablets) mit Panzerglas-Folien von Brotect, die beispielsweise bei Amazon erhältlich sind.
Kameratasche
Schließlich sollte immer irgendeine Art von Hülle oder Tasche angeschafft werden. Sie schützt die Kamera vor Stößen, Kratzern, aber auch Wasser und Staub, und sichert damit am Ende ihre Zuverlässigkeit. Ob es nun einfach eine preiswerte Hülle ist oder eine größere Tasche bzw. Rucksack für die ganze Ausrüstung – das muss jeder für sich nach Anwendungszweck, Geschmack und Geldbeutel entscheiden.
Ich selbst habe bis zu acht verschiedene Taschen/Rucksäcke zur Verfügung, von denen ich je nach Einsatz die richtige(n) für den Moment auswähle. (Offenbar gibt es nicht nur Frauen als Handtaschen-Fetischistinnen, sondern auch Männer – als Kamerataschen-Fetischisten. Markentreu bin ich (wie meistens) nicht und so liegen viele Taschen und Rucksäcke diverser Hersteller in meinem Fundus: Case Logic, Dörr, Hama, Loewepro, Rollei und Vanguard.
Kameragurt
Über einen Kameragurt bzw. dessen Nutzen lässt sich trefflich streiten. Ein billiger Nackengurt liegt fast jeder Kamera bei. Bei der Produktion geht es den meisten Herstellern leider weder um Ergonomie noch Robustheit – meist soll ein Gurt nur das Hersteller-Logo leuchtend präsentieren. Generell ist ein Gurt in vielen Situationen hinderlich, in anderen notwendig. Aus den vielfältigen Anforderungen resultiert ein riesiges Angebot verschiedenster Gurte: für den Hals, die Schulter oder die Hand; in verschiedensten Materialien, Farben und Verarbeitungsqualitäten.
Ich selbst bevorzuge das sehr flexibel einsetzbare Gurt-System von OP-Tech USA. Handschlaufen, Nacken- oder Schultergurte,  aber auch eine Art Geschirr (Harnish), das ähnlich einem Rucksack getragen wird (und sehr ergonomisch ist), sind möglich. Das System ist leider weder billig noch gut beschaffbar: Abgesehen von einigen Standardgurten ist das komplette System praktisch nur beim deutschen Vertrieb Novoflex erhältlich.
Reinigungshilfen
Zur Grundausstattung gehören auch einige Reinigungshilfen. Die wichtigste ist ein Gummiball zum Wegblasen von Staub. Für das Entfernen von Spritzern oder Verschmierungen von der Linse benutze ich einen Lenspen oder gern auch spezielles Linsenpapier, das in kleinen Heftchen erhältlich ist. Universell einsetzbare Mikrofasertücher runden die Ausstattung ab; kleine, feine Tücher (u. a. vom Brillen-Optiker) für die Linsen und größere, gröbere für den den Rest – oder auch einmal zum Einschlagen von Objektiven/Zubehör zum Schutz vor dem Verkratzen im Foto-Koffer.
Von Hilfsmitteln zum Reinigen von Sensor oder Spiegel rate ich zunächst ab, das sollte man die ersten Male einem Fachmann überlassen und diesem genau dabei zuschauen. Ein einmal in den Sensor eingeriebenes Staubkorn ruiniert die Kamera irreversibel!
Fazit
Für all diese Dinge können in der Summe 200 oder mehr Euro fällig werden. Doch weil sie nicht nur den Umgang mit der Kamera erleichtern, sondern sie teilweise auch schützen und damit den Wiederverkaufswert erhalten helfen, handelt es sich dabei keinesfalls um eine Fehlinvestition!
Die hier gezeigten Hilfsmittel stellen nur die Grundausstattung dar, die aus meiner Sicht ergänzend zur Kamera gleich bei ihrer Anschaffung oder direkt danach erforderlich sind. In einem zweiten Teil wird weiteres allgemeineres Zubehör beschrieben, das nicht zwingend für jeden Fotografen notwendig ist, aber je nach Aufgabenstellung schnell ergänzend nötig werden kann.
Wirklich spezielles Zubehör für beipielsweise Panorama- oder Makrofotografie wird in den Abschnitten zu diesen Spezialthemen vorgestellt.



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