Fotografieren für Fortgeschrittene - Böhmke Fotografie

Böhmke Fotografie
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Fotografieren für Fortgeschrittene

Geht es im Artikel Grundlagen um Bücher, die beim Erlernen des fotografischen Rüstzeugs in der Breite helfen sollen, werden hier nun Bücher vorgestellt, die mehr in die Tiefe gehen; in denen es um das Wesen der Fotografie geht, um Bildgestaltung, aber auch um die Entwicklung der eigenen Kreativität und den Weg zum eigenen Ausdruck.
Für das Studium dieser Bücher ist es also auf jeden Fall hilfreich, schon Erfahrungen im Fotografieren gesammelt zu haben. Aber auch der Anfänger kann in diesen Empfehlungen natürlich viele wertvolle Hilfen und Informationen finden.


Der abstrakte Bick
Kompositionsschule für eine künstlerische Fotografie
Torsten Andreas Hoffmann
310 Seiten, in Farbe, Festeinband
dpunkt, 2016
ISBN Print: 978-3-86490-338-0
39,90 EUR (Print)
31,99 EUR (E-Book)



Fotografie als Meditation
Eine Reise zur Quelle der Kreativität
Torsten Andreas Hoffmann
260 Seiten, in Farbe, fester Einband
dpunkt, 2013
ISBN: 978-3-86490-031-0
36,90 EUR (Print)
29,99 EUR (E-Book)

Neuere Auflage verfügbar!
Die Bücher, die Torsten Andreas Hoffmann über das Fotografieren schreibt, gehören zu den ansprechendsten, die ich kenne. (Ein weiteres findet sich im Abschnitt Schwarzweiss-Fotografie.)
Hoffmann vermittelt kaum Wissen über die reine Technik. Das Verständnis für das technische Beherrschen der Kamera setzt er voraus. Zu den abgedruckten Fotos finden sich in der Regel keinerlei technische Angaben. Das wird von anderen manchmal kritisiert, ist aber meiner Ansicht nach nicht nötig, wenn es darum geht, hinter das rein Technische zu blicken. Dort geht es darum, die eigene Motivation zu ergründen; die Kreativität anzuregen; einen Blick, ein Gefühl für das „gute“ Foto zu entwickeln; es so zu gestalten, dass es beim Betrachter etwas auslöst.
Das alles ist angenehm und fließend lesbar, immer wieder durch kleine Geschichten aufgelockert und mit ein wenig Hintergrundwissen über die gezeigten Lokalitäten garniert.
Weil ich selbst seit vielen Jahren Taijiquan betreibe, fühlte ich mich besonders vom Buch Fotografie als Meditation angesprochen. Hoffmann nähert sich der Meditation zwar über den Zen-Buddhismus an, aber auch im Yoga oder in den asiatischen Kampfkünsten (äußeren, wie Judo oder Karate oder inneren, wie eben dem Taijiquan) werden meditative Praktiken ausgeübt. Die Standmeditation des Chen-Taijiquan sowie spezielle weitere Übungen bieten mir als Fotografen neben dem rein Meditativen einen weiteren Vorteil: Sie trainieren eine ruhige Hand und einen sehr festen Stand. Beides zusammen versetzt mich in die Lage, mit deutlich längeren Belichtungszeiten aus der Hand heraus zu fotografieren – oder beim Video-Dreh weniger wackelnde Sequenzen, selbst aus der Bewegung heraus, zu produzieren.
Der wichtigste Aspekt ist jedoch, den Kopf frei zu bekommen; alle überflüssigen Gedanken loszuwerden; im Hier und Jetzt anzukommen und darin eins zu werden mit der Kamera und der Umgebung. Das schärft nicht nur die eigene Wahrnehmung, man wird auch von der Umgebung anders wahrgenommen – weniger störend.
Beide Bücher – ganz besonders aber Fotografie als Meditation – halfen mir sehr, in meiner Entwicklung als Fotograf weiterzukommen, vielleicht mehr als manche „normale“ Fotoschule.



Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?
Über die Kunst, Menschen zu fotografieren
Sven Barnow
144 Seiten
dpunkt, 2015
ISBN: 978-3-86490-270-3
22,90 EUR (Print)
17,90 EUR (E-Book)

Dieses Buch ist ein echter Glücksgriff, von einem Psychologie-Professor geschrieben, der nebenbei fotografiert. (Oder vielleicht auch umgekehrt?) Aus der Kombination beider Kompetenzen entstand ein Buch über die Portrait-Fotografie, das frei von Anleitungen und Set-Aufbauten ist: Es geht um die Beziehung zwischen Fotograf und fotografiertem Mensch.
Und natürlich darum, wie man diese Beziehung so aufbaut, dass ausdrucksstarke, authentische Portraits daraus resultieren. Psychologisches Fachchinesisch bleibt außen vor, das Buch liest sich wie ein Roman. Zwei interessante Interviews lockern das Ganze weiter auf.
Eine unbedingte Empfehlung für alle, die gerne Menschen fotografieren – aber auch alle „auf der anderen Seite“ der Kamera, also diejenigen, die sich fotografieren lassen möchten!
 
11.08.2016

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